Kommunizierende Gefäße

Handel und Medium. Eine Neudefinition.

Gestern

Aufgaben des stationären Einzelhandels

Die klassische Handelsbetriebslehre begreift den Einzelhandel als reaktive Distributionsinstanz. Er überbrückt Differenzen zwischen Produktion und Konsum, erzeugt aber in diesem Verständnis selbst keine Nachfrage.

Raum & Zeit

Überbrückt Standort- und Zeitpunktdifferenz zwischen Produktion und Konsum

Menge & Sortiment

Bricht Herstellermengen auf Kundenmengen herunter, bündelt zu bedarfsgerechten Sortimenten

Qualität & Beratung

Selektiert vor und liefert Kaufinformation

Kredit & Service

Übernimmt Finanzierungs- und Absatzrisiken, erbringt Zusatzleistungen


Heute

Die neue Realität

Dieses klassische Bild trifft jetzt auf eine veränderte Branchenlage.

Direkter Zugang, neue Distanz.

Marken erreichen ihre Kunden heute direkt – über eigene Shops, D2C, Social Media. Das bringt Kontrolle über Botschaft, Preis und Daten. Aber der digitale Kanal liefert wenig Produkterlebnis. Niemand spürt online, wie sich ein Fahrrad fährt, ein Trikot anfühlt.

Eigene Stores, hohe Kosten.

Manche Marken haben eigene Flagship-Stores eröffnet, um das Erlebnis zurückzuholen. Das funktioniert – aber nur für wenige, nur in wenigen Städten, und zu erheblichen Fixkosten. Und es braucht neues Know-How.

Mehr Sichtbarkeit, weniger Wirkung.

Digitale Aufmerksamkeit wird teurer, die Wirkung pro Kontakt sinkt. Die Frage ist nicht mehr, ob man gesehen wird – sondern ob man gemerkt wird.

Handelsmarken als Machtverschiebung.

Der Handel wird selbst zum Hersteller: Eigenmarken und Private Label verschärfen den Wettbewerb um Fläche und Sichtbarkeit. Markenpartner konkurrieren im eigenen Vertriebskanal nicht mehr nur mit Vertikalisten, sondern zunehmend mit dem Sortiment des Händlers selbst.

Showrooming durch Preistransparenz.

Der Preisvergleich per Smartphone ist im Laden selbst in Sekunden möglich. Kunden nutzen den stationären Ort zunehmend nur noch zum Erleben und Beraten – kaufen aber anderswo zum günstigeren Preis. Der Handel trägt die Kosten der Kaufentscheidung, ohne am eigentlichen Kauf zu verdienen.

Der Ort bleibt.

Der stationäre Handel hat seine Rolle als reiner Beschaffungsort weitgehend verloren – das ist kein Verlust. Es gibt tolle Alternativen. Was geblieben ist, ist wertvoller: der physische Ort, an dem Menschen Produkte erleben, vergleichen, sich beraten lassen und eine gute Zeit verbringen.

Der Handel passt im klassischen Modell Angebot an bereits vorhandene Nachfrage an – erzeugt aber keine Nachfrage, die ohne ihn nicht existieren würde. Für genau diese vier Funktionspaare ist die klassische Handelsmarge kalkuliert. Für nichts darüber hinaus.

Der Handel als Bühne

Wir definieren den stationären Handel von morgen als Medium, als BRICK'N MORTAR MEDIA.

Die Kommunikationswissenschaft schreibt Medien vier Funktionen zu:

Funktion I

Information

Macht Produkte sichtbar, die das Publikum sonst nicht wahrnehmen würde

Funktion II

Einordnung

Stellt Produkte in einen kuratierten Kontext und berät

Funktion III

Kulturelle Vermittlung

Ist Treffpunkt einer Gemeinschaft, schafft Zugehörigkeit

Funktion IV

Unterhaltung

Bietet ein sinnliches, physisches Erlebnis

BRICK'N MORTAR MEDIA erfüllt alle vier. Und es verknüpft die Funktionen eines Mediums mit den Funktionen des Handels. Es erfüllt nach wie vor alle klassischen Handelsfunktionen – von der Verfügbarkeit über die Sortimentsauswahl bis zu Beratung und Service. Aber es geht darüber hinaus: Es inszeniert das Produkt, stellt es in einen kuratierten Kontext, schafft Gemeinschaft und bietet ein sinnliches Erlebnis. Handel und Medium, an einem Ort, in einem Modell.


Der Salon

VELETAGE — Der Salon als Medium

VELETAGE ist kein Fahrradgeschäft. Es ist ein Salon für Radkultur – ein Ort, der für eine bestimmte Haltung zum Radsport steht: Qualität statt Quantität, Handwerk statt Massenware, Beratung statt Selbstbedienung.

Der Ort.

Der Nestroyhof, ein Jugendstil-Palais im Herzen Wiens. Eigenbaumöbel, Stühle und Tische von Ton aus Mähren, Lampen von Intueri Light. Kein austauschbarer Retail-Space, sondern ein Setting, das Produkte aufwertet, indem es sie in einen ästhetischen Kontext stellt. Marken werden hier nicht ausgestellt – sie werden inszeniert.

Das Publikum.

Wer VELETAGE besucht, kommt bewusst. Das Preissegment – Maßrahmen von Sarto und Barco, Top-Bikes von ENVE, Factor und 3T, Bekleidung von Pas Normal Studios, Café du Cycliste, 7mesh oder fingerscrossed, Schuhe von Bont und Nimbl, Helme von Sweet und Kask, Komponenten von ENVE, Black Inc. und Campagnolo – definiert die Zielgruppe: kaufkräftig, stilbewusst, markenaffin.

Das Bike Fitting.

60–90 Minuten, in denen ein Kunde die volle Aufmerksamkeit eines Experten bekommt – Vermessung, Sitzpositionsanalyse, Satteldruckmessung. In dieser Zeit entsteht etwas, das kein digitaler Kanal liefern kann: Vertrauen. Wer ein Bike Fitting bei VELETAGE erlebt hat, vertraut der Kompetenz des Salons – und den Marken, die dort präsent sind.

VONHAND.

Der eigene Laufradbau, der individuelle Aufbau des Wunschrads, der One2One Maßsattel von fizik, Radschuhe nach Maß von Bont – VONHAND ist das Versprechen, dass jedes Detail auf den Kunden abgestimmt wird. Für Markenpartner bedeutet das: Das Produkt wird nicht nur gezeigt, es wird inszeniert, in den passenden Kontext gesetzt.

VELGARAGE.

Die Wiener Radwerkstätte. Die Ähnlichkeit mit dem Begriff Wiener Werkstätten aus der Wiener Moderne ist gewollt. Wie damals geht es nicht um Massen(ab)fertigung, sondern um Qualität, Handwerk und Ästhetik. Der ideale Ort, um Kunden mit hochwertigen Komponenten und Teilen in Kontakt zu bringen.

Die Community.

Gemeinsame Ausfahrten mit der VELBAGAGE, die VELO VERTICAL Climbing-Serie, saisonale Events. VELETAGE ist ein Treffpunkt für eine aktive Gemeinschaft passionierter Radsportler. Die Marke wird nicht beworben – sie wird Teil einer gelebten Kultur.


Das Angebot

BRICK'N MORTAR MEDIA bei VELETAGE

Das Prinzip.

Eine Marke bucht Präsenz an einem kuratierten physischen Touchpoint – vergleichbar mit einem Mediabudget für ein Magazin oder eine Messe, nur dauerhaft, haptisch und lokal verankert.

Was die Marke bekommt.

Dein Produkt wird inszeniert, nicht nur ausgestellt. Konsumenten erleben es in einem Setting, das zur Marke passt – durch Beratung, durch Testen, durch eine Atmosphäre, die kein Online-Kanal reproduzieren kann. Dazu: messbare Daten zu Reichweite, Engagement und Sell-through.

Was es nicht ist.

Kein Shop-in-Shop, kein Konzessionsmodell, keine Regalmiete. Der Standort bleibt ein unabhängig kuratierter Ort. Die Marke kauft keinen Platz – sie kauft Zugang zu einem Publikum, das bereits da ist, bereits interessiert ist und bereit ist, sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen. Das garantiert Authentizität.

Was es kostet.

Eine Media Fee vergütet die Medialeistung: Inszenierung, Beratung, Community-Zugang. Festgesetzt in Euro pro Quadratmeter. Die erzielte Handelsmarge wird dagegen gerechnet. Erreicht oder übertrifft sie die vereinbarte Fee, entstehen keine weiteren Kosten. Sonst wird der Saldo aus Media Fee und Netto-Handelsmarge in Rechnung gestellt.

Kanal-agnostisch.

Wo das Produkt der Marke am Ende gekauft wird – im Salon, beim lokalen Händler oder im Webshop der Marke – ist für BRICK'N MORTAR MEDIA nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass ein Kauf stattfindet. Das macht die Partnerschaft frei von den Interessenkonflikten, die das Verhältnis zwischen Marke und Handel zusehends belasten.

VELETAGE

Lass uns reden.

Nicht über Einkaufskonditionen, nicht über Regalplätze – sondern darüber, wie dein Produkt in einem der spannendsten Räume der europäischen Radkultur erlebt werden kann.

Kurt Stefan

VELETAGE – Salon für Radkultur

Praterstraße 13, 1020 Wien

motiku GmbH | Erdbergstraße 59 | 1030 Wien
Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien, FB-Nr: 412201d